Wann wird Pflegegeld ausgezahlt

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Pflegeantrag - Ein Assessor besucht eine ältere Frau in ihrem Zuhause.

Inhaltsverzeichnis

Das Pflegegeld spielt eine wichtige Rolle für viele Menschen mit Pflegebedarf und ihre Angehörigen. Es bietet finanzielle Unterstützung, um die Pflege zu Hause zu ermöglichen. Viele fragen sich jedoch, wann das Pflegegeld ausgezahlt wird und wer Anspruch darauf hat. Diese Unsicherheit kann zusätzlichen Stress in einer ohnehin herausfordernden Situation verursachen.

In diesem Artikel erklären wir die Grundlagen des Pflegegeldes und seine Auszahlungstermine. Wir gehen darauf ein, wer Pflegegeld bekommt und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen. Außerdem betrachten wir den Beantragungsprozess und was bei einem Krankenhausaufenthalt zu beachten ist. Mit diesen Informationen möchten wir Klarheit schaffen und Ihnen helfen, Ihre Rechte und Möglichkeiten besser zu verstehen.

Grundlagen des Pflegegeldes

Definition des Pflegegeldes

Das Pflegegeld ist eine monatliche Geldleistung der gesetzlichen und privaten Pflegekassen. Es dient zur Unterstützung der häuslichen Pflege und wird an Pflegebedürftige ausgezahlt. Der offizielle Begriff lautet „Pflegegeld für selbst beschaffte Pflegehilfen“. Dies bedeutet, dass die pflegebedürftige Person selbst für eine angemessene Betreuung und Pflege im häuslichen Umfeld sorgt.

Die Pflegebedürftigen erhalten das Geld direkt von ihrer Pflegekasse und können frei darüber verfügen. Häufig wird es als Anerkennung an die pflegenden Angehörigen, Freunde oder ehrenamtlichen Helfer weitergegeben. Das Pflegegeld soll die Kosten für pflegerische Betreuungsmaßnahmen und Hilfen im Haushalt decken.

Pflegebedürftige Person erhält Unterstützung zu Hause

Anspruchsvoraussetzungen

Um Pflegegeld zu erhalten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Die Person ist in Deutschland pflegeversichert.

  2. Es liegt mindestens Pflegegrad 2 vor.

  3. Die häusliche Pflege ist sichergestellt, beispielsweise durch Angehörige, Freunde oder ehrenamtliche Pflegepersonen.

Wichtig ist, dass die pflegebedürftige Person mit dem Pflegegeld die erforderlichen körperbezogenen Pflegemaßnahmen, pflegerischen Betreuungsmaßnahmen und Hilfen bei der Haushaltsführung in geeigneter Weise selbst sicherstellt.

Pflegeantrag einreichen

Höhe des Pflegegeldes nach Pflegegrad

Die Höhe des Pflegegeldes hängt vom jeweiligen Pflegegrad ab. Je höher der Pflegegrad, desto höher sind die Leistungen der Pflegekasse. Dies basiert auf der Annahme, dass der Pflegeaufwand mit jedem Pflegegrad steigt. Ab dem 1. Januar 2024 gelten folgende monatliche Beträge:

Pflegegrad Höhe des Pflegegeldes
Pflegegrad 2 332 Euro
Pflegegrad 3 573 Euro
Pflegegrad 4 765 Euro
Pflegegrad 5 947 Euro

Es ist zu beachten, dass für Pflegegrad 1 kein Anspruch auf Pflegegeld besteht. Zudem ist eine weitere Erhöhung des Pflegegeldes um 4,5 Prozent zum 1. Januar 2025 geplant. Danach soll das Pflegegeld, wie andere Geld- oder Sachleistungen der Pflegekasse, alle drei Jahre an die Preisentwicklung angepasst werden.

Einstufung der Pflegestufe für das Pflegegeld

Auszahlungstermine des Pflegegeldes

Monatliche Auszahlung

Das Pflegegeld wird von den gesetzlichen und privaten Pflegekassen monatlich ausgezahlt. Die Überweisung erfolgt in der Regel im Voraus für den kommenden Monat. Pflegebedürftige erhalten das Geld direkt auf das im Antrag angegebene Konto. Sie können frei über die Verwendung des Pflegegeldes verfügen. Häufig wird es als Anerkennung an die pflegenden Angehörigen, Freunde oder ehrenamtlichen Helfer weitergegeben.

Antrag auf Höherstufung des Pflegegrades

Zeitpunkt der Überweisung

Die Auszahlung des Pflegegeldes findet normalerweise am ersten Werktag des Monats statt. Fällt der Monatserste auf ein Wochenende oder einen Feiertag, erfolgt die Überweisung am nächsten Werktag. Es kann vorkommen, dass die Zahlung ein oder zwei Tage später eingeht. Einige Krankenkassen haben abweichende Auszahlungstermine. So überweist beispielsweise die Techniker Krankenkasse (TK) das Pflegegeld für ihre Versicherten am letzten Arbeitstag vor Monatsende für den Folgemonat.

Eine pflegebedürftige Person, die Pflegegeld erhält

Besonderheiten zum Jahresende

Zum Jahresende gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Hier sind die Auszahlungstermine für das Pflegegeld im Dezember 2024 und Januar 2025:

Monat Überweisung
Dezember 2024 02.12.2024 (Montag)
Januar 2025 02.01.2025 (Donnerstag)

Es ist wichtig zu wissen, dass das Pflegegeld nicht rückwirkend beantragt werden kann. Der Anspruch besteht erst ab dem Datum der Antragstellung. Bei einer Neubeantragung kann es im ersten Monat zu Abweichungen kommen. Oft besteht für den ersten Monat nur ein anteiliger Anspruch auf Pflegegeld. Die erste Auszahlung findet frühestens im Monat nach der Antragstellung statt.

Wenn Pflegegeld und Pflegesachleistungen gemeinsam bezogen werden, ändert sich der Auszahlungszeitpunkt. In diesem Fall wird das Pflegegeld nicht zum Monatsanfang, sondern erst im Nachhinein überwiesen. Bei einem Krankenhausaufenthalt wird das Pflegegeld für 4 Wochen je Kalenderjahr in voller Höhe weiter ausgezahlt. Ab dem 29. Tag der Abwesenheit ruht die Auszahlung bis zur Rückkehr in die Häuslichkeit.

Widerspruch gegen Pflegegradbescheid einlegen

Beantragung und Bewilligung

Antragstellung bei der Pflegekasse

Um Leistungen der Pflegeversicherung zu erhalten, muss ein Antrag bei der zuständigen Pflegekasse gestellt werden. Für gesetzlich Versicherte befindet sich die Pflegekasse bei der Krankenkasse. Privat Versicherte stellen den Antrag bei ihrem privaten Versicherungsunternehmen. Der Antrag kann formlos erfolgen, auch telefonisch oder per E-Mail. Familienangehörige, Nachbarn oder Bekannte können den Antrag ebenfalls stellen, wenn sie dazu bevollmächtigt sind.

Nach Eingang des Antrags sendet die Pflegekasse ein ausführliches Formular zu, das vom Antragsteller ausgefüllt und unterschrieben zurückgeschickt werden muss. Es ist wichtig, den Antrag so früh wie möglich zu stellen, da der Anspruch auf Leistungen erst ab dem Datum der Antragstellung besteht.

Person füllt Pflegeantragsformular aus

Erforderliche Unterlagen

Neben dem ausgefüllten Antragsformular können weitere Unterlagen erforderlich sein. Die Pflegekasse prüft, ob andere Leistungsträger für die entstehenden Kosten aufkommen müssen. Antragsteller mit Anspruch auf Beihilfe oder Heilfürsorge müssen dies angeben, da sich diese Stellen prozentual an den Kosten beteiligen.

Ein wichtiger Punkt ist der Nachweis, dass die häusliche Pflege sichergestellt ist. Die Pflegekasse bittet um Angabe einer Person, die unentgeltlich an der Pflege beteiligt ist.

Entlastungsbetrag beantragen

Bearbeitungsdauer

Die gesetzlich vorgegebene Bearbeitungsfrist für Anträge zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit beträgt 25 Arbeitstage. In bestimmten Fällen gelten verkürzte Fristen:

  1. Bei Aufenthalt im Krankenhaus oder in einer Reha-Einrichtung: 5 Arbeitstage

  2. Bei häuslicher Pflege ohne Palliativversorgung und angekündigter Pflegezeit: 10 Arbeitstage

Hält die Pflegekasse die Fristen nicht ein, muss sie für jede begonnene Woche der Fristüberschreitung 70 Euro an den Antragsteller zahlen. Dies gilt nicht, wenn die Verzögerung nicht von der Pflegekasse zu vertreten ist oder der Antragsteller bereits in Pflegegrad 2 oder höher eingestuft ist.

Nach der Antragstellung beauftragt die Pflegekasse den Medizinischen Dienst oder andere unabhängige Gutachter mit der Begutachtung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit. Der Gutachter besucht den Antragsteller zu Hause, stellt Fragen und gibt erste Tipps für die Pflege. In einigen Fällen ist auch eine Begutachtung per Telefon oder Videotelefonie möglich.

Gutachter besucht Pflegebedürftigen zu Hause

Schlussfolgerung

Das Pflegegeld hat einen großen Einfluss auf die Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen. Es bietet finanzielle Unterstützung, um die häusliche Pflege zu ermöglichen und anzuerkennen. Die Höhe des Pflegegeldes richtet sich nach dem Pflegegrad, und die monatliche Auszahlung erfolgt in der Regel am Monatsanfang. Um Pflegegeld zu erhalten, ist es wichtig, rechtzeitig einen Antrag bei der zuständigen Pflegekasse zu stellen.

Die Beantragung und Bewilligung des Pflegegeldes können einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Pflegekassen müssen gesetzliche Fristen einhalten, um die Anträge zu bearbeiten. Nachdem der Antrag gestellt wurde, findet eine Begutachtung statt, um den Pflegegrad festzustellen. Mit dem richtigen Wissen über den Prozess und die erforderlichen Unterlagen können Pflegebedürftige und ihre Angehörigen die Beantragung des Pflegegeldes besser vorbereiten und durchführen.

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